Mäntel, Taschen und Verrückte

Ich habe mir ein kleines Weihnachtsgeschenk gemacht. Ein bisschen früh, ich weiß, aber was will man machen? 

Ich habe mir zwei Duffle Coats bei der weltältesten Duffle Coat Manufaktur bestellt.
Einen gelben, um auch bei Herbstwetter auf dem Fahrrad gesehen zu werden, und einen blauen, sonst schimpft meine bessere Hälfte.

Natürlich habe ich mich auch mit der Auswahl meiner neuen Jacken so lange beschäftigt, bis ich auch das kleinste Detail der Herstellung kannte und sämtliche Zweifel verfolgen waren. Ich rief in England an und bat um Auskunft, und siehe da: Lauter Verrückte! Geeks, die die Herstellung Ihrer Produkte über Generationen optimiert und eine Menge an Wissen angehäuft haben. 

Ich liebe Geeks, Nerds, Verrückte, wie man sie auch immer nennt. Wir haben ja einen ähnlichen Anspruch an unser Unternehmen und an unsere Taschen. Wir wollen das Beste. Und das mit Abstand. 

Mit dem neuen Mantel ging es dann auch kurz in die Stadt, eine neue Brille aussuchen. Und siehe da: Leidenschaft findet man nicht in den großen Ketten. Wir wählten einen kleinen Optikerladen in der Innenstadt aus. Und ich kann das Gefühl nicht in Worte fassen: Wir wurden mit einer Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit begrüßt und wahrgenommen, wie ich es noch nie erlebt habe. Die perfekte Mischung aus "Ich bin da, um euch zu helfen" und "Ich will euch aber auf keinen Fall auf die Eier gehen". Als hätte man auf uns gewartet. Wie gibt man so ein Gefühl? Die folgenden 60 Minuten Aufmerksamkeit gehörten dann komplett uns: Probieren, diskutieren, anschauen, weiter probieren. Dazwischen gab es einen unfassbar guten Espresso. Natürlich haben wir eine wunderschöne Brille gefunden. Das Ausmessen dauerte dann erneut 90 Minuten. Zweieinhalb Stunden, in denen unser Optiker sich ausschließlich um uns gekümmert hat.

Was ich sagen möchte: Bei den Freaks werdet ihr fündig. Bei denen, die sich mit Ihren Produkten so gründlich auseinandersetzen wie niemand sonst. Bei den Verrückten, die aus ihrer Leidenschaft ein Produkt schaffen.

Und dann ist auch die logische Konsequenz: Man braucht nicht viel. Wir müssen die Perlen suchen und finden, die uns das Leben bietet (Danke Pati). Das Besondere. Wir können aufatmen und umdenken, denn mit diesem Wissen kann der Konsumwahnsinn uns getrost am Arsch vorbeigehen.